Das Kamp-Lintforter Biblische Marionettentheater verzaubert Sie wieder mit einer neuen Geschichte: Das Buch Ester.
Die schöne Jüdin Ester wird zur neuen Königin erwählt. An der Seite des mächtigen Königs Artaxerxes muss sie schon bald erkennen, dass ein großer Feind ihres Volkes am Hof hinterlistige Pläne schmiedet. Aber Ester kann durch ihren Mut und ihren Glauben die große Gefahr am Ende doch noch abwehren.
Am 13.11.2004 ist in Daxweiler – in Zusammenarbeit mit dem Pfarrgemeinderat und der KfD – eine Aufführung im „Haus der Gemeinde“ geplant.
Das Kamp-Lintforter Biblische Marionettentheater (Kalibima) begeisterte erstmalig im Herbst 2001 die Zuschauer mit der Aufführung des Marionettenspiels Das Buch Tobit.
Die Idee für ein biblisches Marionettentheater entstand im Sommer 1999 in der Pfarrgemeinde St. Marien in Kamp-Lintfort. Nachdem sich die Idee konkretisierte, fiel die Entscheidung für das Buch Tobit.
Schutzengel sind aktueller denn je, wir wollen sie nicht nur der Werbung überlassen, sondern ihre biblischen Ursprünge aufzeigen, so Markus Dördelmann, Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Marien.
Das Buch Tobit (Einführung) wurde in der Gruppe der Mitwirkenden durch Rollenspiele theologisch erarbeitet und verinnerlicht. Danach wurden die Rollen festgelegt und mehrfach besetzt. In rund 50 Stunden wurden die Marionetten unter fachmännischer Anleitung gebaut, sowie das Drehbuch mit der Rahmenhandlung geschrieben und in die heutige Zeit übertragen. Parallel wurden eine CD mit dem Text und der Musik (Jedes Kind braucht einen Engel) produziert, die bei den Aufführungen im Hintergrund nach Art eines Hörspiels läuft, sowie die Bühne und Requisiten gebaut.
Es ist Samstag Abend, kurz vor 20 Uhr. Die Besucher stehen in langen Schlangen vor dem Eingang. Ein Marionettentheater in einer Kirche, ich bin sehr gespannt, sagt eine Zuschauerin. Dann öffnet sich die Eingangstür und die zahlreich erschienenen Besucher strömen etwas unsicher in die Kirche. Doch das einladende Lichterspiel und die Bühne lassen im Nu jede Unsicherheit verfliegen und in Vorfreude umschlagen. Die Bühne ist aufwendig gestaltet und professionell ausgeleuchtet. Wir haben uns extra professionelle Hilfe dazugenommen, um die harte Arbeit auch wirklich ins rechte Licht zu setzen, so Markus Dördelmann.
Um Punkt 20 Uhr beginnt die Vorstellung. Wie im Kino verdunkelt sich das Licht und eine Marionette begrüßt die Anwesenden. Von nun an nimmt eine Figur namens Lukas die Zuschauer bei der Hand, auf die Reise von Tobias und Rafael.
Die Geschichte beginnt damit, das Lukas, ein moderner Jugendlicher, mit seinem walk-man über die Straße schlendert, ein heranfahrendes Auto überhört und dieses ihn fast überfährt - wäre da nicht ein Lichtblitz gewesen, der ihn zurückspringen läßt. Auf diese Weise kommt er mit Rafael ins Gespräch, einem echten Schutzengel, der Lukas mit in die eigentliche Handlung hineinnimmt, mit in die Geschichte von Tobit und Sarah.
Tobit und Sarah, zwei gottesfürchtige Menschen, sind an unterschiedlichen Orten auf je unterschiedliche Weise vom Schicksal getroffen. In ihrer ausweglosen Situation wünschen sie sich nur noch den Tod. Damit Tobit seine Familie aber gut versorgt weiß, schickt er seinen Sohn Tobias nach Medien, wo er bei einem Vetter Geld hinterlegt hat. Als Reisegefährten sucht sich Tobias Ananias aus, hinter dem sich unerkannt der Engel Rafael verbirgt. Gemeinsam erleben sie eine gefahrvolle Reise auf der sie die wunderschöne Sarah kennenlernen, die von einem Dämon geplagt wird. Tobias verliebt sich in Sarah und gemeinsam besiegen sie den Dämon. Nach ihrer Hochzeit kehren sie zurück und auch Tobits Schicksal wendet sich zum Guten. Erst ganz am Ende offenbart sich Rafael als Engel. Lukas erlebt alles hautnah mit und kommt selber ins Überlegen, wie er die gemachten Erfahrungen in sein Leben übertragen kann. Die Reise ist geschafft. Zum Foto-Album
Die Komposition von Musik, Licht und Marionettenspiel ist äußerst professionell. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark und lebendig gespielt. Man nimmt die Marionettenspieler gar nicht wahr, ich habe mich nur auf die Puppen konzentriert, sagt eine junge Frau und strahlt vor Begeisterung, ich bin total fasziniert. So wie ihr geht es allen Zuschauern in der mit 100 Personen ausverkauften Kirche. Das Publikum ist bunt gemischt, alle Generationen, von Kindern bis Senioren, sind vertreten.
Ich fand den Lukas total cool, sagt die 8-jährige Yvonne. Mir hat der Bezug der Geschichte auf die Gegenwart sehr gut gefallen, sagt ihre Mutter. Etliche ergänzen, dass ihnen manchmal die Tränen gekommen sind, weil sie an der Hand von Lukas mit in die Geschichte eingetaucht sind. Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen werden die Mitwirkenden gefeiert. Allmählich verlassen die begeisterten Besucher die Kirche und nehmen ihre Träume und Erlebnisse mit in die Nacht.
So haben wir noch nie eine Geschichte aus der Bibel erzählt bekommen. Die Zuschauer sind begeistert.
Rheinische Post vom 30.10.2001
Nicht nur die Marionetten waren fantastisch gestaltet und wurden gekonnt bewegt. Auch die Bühne konnte sich sehen lassen. Die Szenenbilder waren in leuchtenden Farben gestaltet, ließen sich im Nu verwandeln und entführten den Zuschauer ständig an einen anderen Ort. Den professionellen Eindruck rundete die technische Ausstattung ab: Bunte Scheinwerfer tauchten die Szenen immer in die jeweils richtige Stimmung. Besonders wirkungsvoll war das Schattenspiel, mit dem im Hintergrund längere Passagen knapp zusammengefasst wurden. Texte und Musik kamen in toller Klangqualität daher. Die zum Stück passende hebräische Musik wurde wirkungsvoll eingesetzt.
NRZ vom 24.09.2001
Projekt der Frauengemeinschaft bereitet große Freude. Die Marionetten schauen lustig drein, ernst oder nachdenklich. Ihre Gesichter spiegeln so viel Ausdruck wider, möchten sich mitteilen.
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